Bela-Was?

Na du Dummkopf! Belarus, wer kennt es nicht, das Land? Eine der ehemaligen Sowjetrepubliken als Teil der UdSSR. Ist doch sonnenklar. Nein, stopp. Es wäre sonnenklar, wenn nicht ein paar völlig Verblendete den idiotischen Gedanken gehabt hätten, Weißrussland umzutaufen in – Achtung – Belarus. Damit reiht sich die peinliche Glosse um Belarus in eine ganze Reihe weiterer Peinlichkeiten wie Mumbai und Myanmar. Kennt kein Schwein, hießen schon immer anders und in einem Akt von vorauseilendem Gehorsam benennt das Auswärtige Amt einfach Länder und Städte um. Kann man so machen, wird dann halt Kacke.

Die haarsträubende Erklärung (gefunden auf NTV) warum das jetzt sein muss, war die, dass das »rus« in Belarus gar nicht Russland heißt oder bedeutet. Wäre dem so, müsste es Belarossja oder so ähnlich heißen. Lustigerweise kam heute morgen im Deutschlandfunk zweimal in den Nachrichten »die Belarussen«. Ihr habt sie doch nicht mehr alle! Es heißt, wenn überhaupt Belarusen! Mit langem »U«. Ihr befolgt Regeln, die ihr nicht versteht, aus Gründen, die ihr nicht kennt und dann seid ihr auch nicht einmal intelligent genug, diese Regeln richtig anzuwenden. Später dann wieder »die Weißrussen«.

So stellt sich der Deutsche Weißrussland vor

Aha. Und was haben wir damit zu tun? Wir sind Deutsche, weit weg von Russland und immer noch weit weg von Weißrussland. Denen ist es egal, wie wir sie nennen und uns ist es egal, wie sie uns nennen. Wir tolerieren ja sogar demonstrierende Heil-Merkel-Griechen, die unserer Kanzlerin das Bärtchen angeklebt oder -malt haben. Und, wer ist Schuld? Hitler natürlich! Seitdem das österreichische Großmaul Europa in Schutt und Asche legen ließ, sind unsere Diplomaten geradezu servil. Stets bemüht, es allen und immer recht zu machen. Jedes Fettnäpfchen zu umschiffen und an politischer Korrektheit zu ersticken, damit sich nur ja niemand auf den Schlips getreten fühlt.

Wenn du im Ruhrpott nach Den Haag willst, viel Spaß, wenn du nicht zufällig weißt, dass du den Schildern nach ’s‑Gravenhage folgen musst. Servil, wie ich schon sagte. Wer von Prag nach Müchen will, muss in Tschechien mit »Mnichov« vorlieb nehmen, keinem Tschechen fiele es im Traum ein, »München« auf tschechische Schilder zu drucken. Aber wir machen das. Wir haben Ende der Dreißigerjahre diese Länder allesamt überfallen und besetzt, geplündert und mit dieser Schuld kleben wir Strasbourg, Karlovy Vary, Bolzano und Flensborg auf unsere Schilder.

Und jetzt die Belarus(s)en, meine Fresse …


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